Modernes Kostenwesen
(Auszug aus CQa-Lehrheft zum Thema TQM / Kostenrechnung)
Die Unternehmensparameter Qualität, Zeit und Kosten sind gleichberechtigt und gleich wichtig für das Auffinden kontinuierlicher Verbesserungsprozesse. Um schnelle Reaktions- und Handlungsfähigkeit sicherzustellen bei der Vielzahl von Veränderungen im heutigen Unternehmensumfeld, ist auch eine flexible Ermittlung der Kosten vonnöten. Dies leistet die Methode der Prozesskostenrechnung, die eine hohe Transparenz aller Kosten und eine prozessorientierte Kostenbetrachtung beinhaltet.
Klassische Kostenrechnungssysteme verrechnen mittels Prozentzuschlägen an die Kostenträger, d.h. die Gemeinkosten werden nicht zwangsläufig detailliert und verur¬sachungsgerecht verteilt (siehe Zuschlagskalkulation). Auf der Kostenstelle sammeln sich dann zwar die Kosten, jedoch ist die Kostenursache nicht unbedingt nachvollziehbar.
Prozeßkostenrechnung
Hingegen ermöglicht die Prozesskostenrechnung (PKR) die wertmäßige Erfassung von Prozessen. Die Prozesskostenrechnung basiert auf der verursacherbezogenen Kostenzuordnung zu den einzelnen Kalkulationsobjekten wie Produkte, Dienstleistungen oder Aufträge. Die verschiedenen Kostenarten wie Material-, Lohn- und Gemeinkosten werden entsprechend dem tatsächlichen Ressourcenverbrauch und den Kosten des Kostenträgers korrekt und verursachungsgerecht zugeordnet. Dadurch lassen sich unrentable Produkte, Dienstleistungen und Aufträge identifizieren und zugunsten rentabler Wertschöpfungen eliminieren.
Die Prozesskostenrechnung liefert eine Reihe von prozess-, qualitäts- und leistungsbezogenen Kennzahlen:
- First Pass Yield (Prozessausbeute)
- Non value added Kosten (Fehlleistungsaufwand, Blindleistung)
- Durchlaufzeiten
- Effizienz der Prozesse
- Kostenentwicklung und Kostenanteile von Prozessen und Aktivitäten
- Auslastungsgrade von Prozessbeteiligten
Die Prozesskostenrechnung ist ein Managementinstrument, das strategische Entscheidungen unterstützt z.B. strategische Kalkulationen für Make or Buy-Entscheidungen, bei der Einführung neuer Produkte oder bei der Festlegung der unternehmerischen Preispolitik.
Target Costing
Target Costing (TC) ist ein Kostenmanagement japanischen Ursprungs und wurde von Toyota (1965) entwickelt. Es fand in den 70er Jahren eine große Verbreitung in zahlreichen japanischen Unternehmen. Irreführend ist der deutsche Begriff „Zielkostenrechnung“, da Target Costing zunächst keine explizite Verbindung zu Standardkostenrechnungssystemen aufweist.
Target Costing ist ein Bündel von Managementmethoden und –instrumenten. Target Costing unterstützt die Formulierung und Umsetzung von Kostenzielen in der Konzeptions- und Entwicklungsphase eines Produktes. Es ist eine Basis für die Kostenkontrolle in der nachfolgenden Umsetzungsphase. Target costing stellt die Erreichung von Gewinnzielen über den gesamten Lebenszyklus des Produkts sicher.